Musische Bildung braucht Planungssicherheit

STADTENTWICKLUNGWELTBESTE BILDUNG17. Mai 2018

FDP Hanau fordert zukunftssichere Räumlichkeiten und ein stärkeres  finanzielles Engagement des Landes Hessen für die Paul-Hindemith Musikschule Hanau.

Die Hanauer Paul-Hindemith-Musikschule (PHM) ist mit über 1.200 angemeldeten Schülern ein strahlender Leuchtturm für die musikalische Bildung von Kindern, Jugendlichen sowie Erwachsenen. Sie leistet mit ihrem Angebot an vielen Kindergärten und Schulen wie beispielsweise  der Tümpelgartenschule, der Friedrich-Ebert-Schule in Hanau-Klein-Auheim sowie in ihrem Hauptsitz an der Pestalozzischule in der Hanauer Innenstadt einen großen Beitrag zum kulturellen Mitmachangebot der gesamten Region – nicht zuletzt auch durch eine intensive Integrationsarbeit für Flüchtlinge und Familien mit Migrationshintergrund.

Wie alle 928 Einrichtungen im Verband deutscher Musikschulen (VdM), davon derzeit 66 in Hessen, ist auch die PHM eine öffentliche, gemeinnützige Einrichtung der musikalischen Bildung mit einem öffentlichen Bildungsauftrag. Die Schulen des VdM bieten ein breites, nach Lehrplänen strukturiertes eng abgestecktes Programm – von der musikalischen Früherziehung bis hin zur Vorbereitung eines Studiums an einer Musikhochschule oder eines Konservatoriums.

Das Kernangebot der Schule ist derzeit in den Räumen der Pestalozzischule in der Innenstadt untergebracht, doch der Trend zur Ganztagsschule mit dem einhergehenden wachsenden Nachmittagsangebot wird in den kommenden Jahren die Raumsituation für die Musikschule zusätzlich erschweren.

Um sich von dieser Herausforderung ein Bild zu machen, besuchte am 8. Mai eine Delegation der Hanauer FDP mit den Fraktionsmitgliedern Marion Oberesch, Angelika Opfermann, dem Fraktionsvorsitzenden Holger B. Vogt und dem Stadtverbandsvorsitzenden Henrik Statz den Leiter der Schule Jörn Pick. Zwar ist man sehr dankbar, die Räume der Schule nutzen zu können, doch die Bedingungen vor Ort sind nicht optimal. Es fehlt an Räumen für die Lagerung von Instrumenten und die Aula der Schule ist für größere Aufführungen zu klein. Das erschwert die Situation vor Ort und verlangt ein Höchstmaß an Flexibilität und Eigeninitiative der Beteiligten – von Schulleitung über Dozenten bis hin zu Schülern, die beispielsweise zu jeder Probe ein Schlagzeug auf- und wieder vollständig abbauen und verräumen müssen. „Die Musikschule bräuchte dringend eigene zu nutzende Räume, um beispielsweise auch Band-Arbeit leisten zu können“, stellen die Hanauer Liberalen fest.

In der Zeit, seit dem Pick die Schule übernommen hat, haben sich die Schülerzahlen mehr als verdreifacht. Die Schule beschäftigt mittlerweile 50 Dozenten, die eine musikalische Ausbildung nachweisen müssen. Rund 60 Veranstaltungen führt die Schule jährlich an verschiedenen Örtlichkeiten durch, um den Schülern ein Podium für das Erlernte zu bieten und damit indirekt für sich und ihre Arbeit zu werben. „Somit entsteht ein jährlicher Finanzierungsbedarf von ca. 600.000 Euro“, erklärt Schulleiter Pick. Hiervon werden heute lediglich rund zehn Prozent durch Zuschüsse gedeckt. Die übrigen 540.000 Euro muss die Schule in erster Linie mit Unterrichtsgebühren erwirtschaften, gelegentliche Spenden von Stiftungen und Service-Clubs ermöglichen der Schule einen weiteren Spielraum, um beispielsweise in Kooperation mit den allgemeinbildenden Schulen Projekte wie etwa Musicals durchzuführen.

Wäre die Schule nur ein paar Kilometer weiter hinter der bayerischen Grenze, müssten sich allem die Honorarkräfte keine Sorgen um ihr Überleben machen. In Bayern gilt das „Musikschulgesetz“, sodass im Gegensatz zu Hessen alle Dozenten fest angestellt werden müssen, was vom bayerischen Staat auch finanziert wird. Um die damit verbundenen und vorhersehbaren Konflikte auch in der Raumnutzung zu verhindern, wollen die Hanauer Liberalen sich bei der Suche planungs- und zukunftssicherer Räume in der Hanauer Innenstadt stark machen und aktiv bei der Findung von Alternativen unterstützen. Zudem möchte man über den Landesverband eine Prüfung bei der Landesregierung erwirken, die zusätzliche Mittel für diesen sinnstiftenden Beitrag der Musikschulen leistet.

 

Foto: Paul Hindemith Musikschule