Starker Lokaljournalismus als Bollwerk gegen Populismus — FDP Fraktion und Oberbürgermeisterkandidat Henrik Statz besuchen Redaktion des Hanauer Anzeigers

Die FDP Hanau zu Besuch beim Hanauer Anzeiger (Foto: HA)

Wo es einen funktionierenden Lokaljournalismus gibt, haben Populisten es schwerer. Diese These stand am Beginn des Besuchs der FDP-Fraktion Hanau in der Redaktion des Hanauer Anzeiger. Begleitet wurde die Fraktion von Henrik Statz, dem Oberbürgermeisterkandidaten der FDP. Im Mittelpunkt des Austauschs stand die Frage, welche Rolle Lokalzeitungen in Zeiten von Polarisierung, Social Media und gezielter Desinformation für die demokratische Meinungsbildung spielen.

Aus Sicht der FDP ist der Zusammenhang klar: Dort, wo lokale Berichterstattung verschwindet, entstehen Informationslücken. Diese werden allzu oft von vereinfachenden Erzählungen, Zuspitzungen oder bewusst falschen Informationen gefüllt. Lokaljournalismus hingegen schafft Nähe, Transparenz und Vertrauen – weil er konkret zeigt, wie politische Entscheidungen vor Ort entstehen und welche Auswirkungen sie auf das tägliche Leben der Menschen haben.

Dabei sind sich die Gesprächspartner einig: Das Interesse der Bürgerinnen und Bürger an dem, was um sie herum passiert, ist ungebrochen. Menschen wollen wissen, was in ihrer Stadt, in ihrem Stadtteil, vor ihrer Haustür geschieht. Was sich verändert, sind weniger die Inhalte als vielmehr die Wege, über die sie konsumiert werden. Medienformate wandeln sich – vom klassischen Zeitungsartikel über Onlineportale bis hin zu Social-Media-Kanälen –, das Grundbedürfnis nach Information und Einordnung bleibt jedoch bestehen.

Gerade hier sieht die FDP eine zentrale Aufgabe der Presse. Journalismus müsse mehr leisten als reine Nachrichtenvermittlung. Er habe eine wichtige Funktion bei der Einordnung, Kommentierung und kritischen Begleitung politischen Handelns. Dazu gehört aus liberaler Sicht ausdrücklich auch, unbequeme Fragen zu stellen, Widersprüche offenzulegen und Debatten anzustoßen – selbst dann, wenn diese kontrovers oder konfliktreich sind. Eine lebendige Demokratie brauche Reibung, nicht Wohlfühlberichterstattung.

Im Gespräch mit der Redaktion wurde zudem deutlich, unter welchem Druck lokale Medien heute stehen: wirtschaftliche Herausforderungen, ein rauer werdender Ton in öffentlichen Debatten und persönliche Anfeindungen gegenüber Journalistinnen und Journalisten. Umso wichtiger sei es, den Wert einer unabhängigen lokalen Presse immer wieder zu betonen und zu verteidigen.

Die FDP-Fraktion unterstrich abschließend, dass sie die Arbeit des Lokaljournalismus als unverzichtbaren Bestandteil der kommunalen Demokratie versteht. Politik und Presse hätten unterschiedliche Rollen, verfolgten aber ein gemeinsames Ziel: eine informierte Öffentlichkeit. Nur wenn Bürgerinnen und Bürger Zugang zu verlässlichen Informationen und fundierter Einordnung haben, können sie sich eine eigene Meinung bilden – und genau das macht Populismus dort schwächer, wo guter Lokaljournalismus stark ist.