Rückstände des KCA zeigen deutlich, dass Hanau einen Neustart brauchte — FDP Hanau sieht Kritik am KCA des Main-Kinzig-Kreises als gerechtfertigt

Die FDP Hanau sieht sich durch die aktuellen Zahlen zum Übergang vom Kommunalen Center für Arbeit (KCA) des Main-Kinzig-Kreises an das neue Sozialforum in Hanau in ihrer Kritik der vergangenen Jahre bestätigt. Schon lange habe sich abgezeichnet, dass die bisherigen Strukturen im Kreis nicht mehr geeignet waren, den steigenden Anforderungen an Arbeitsmarktintegration und Sozialverwaltung gerecht zu werden.
„Die Probleme lagen seit Jahren offen zutage“, sagt Henrik Statz, Spitzenkandidat der FDP und Bewerber für das Amt des Oberbürgermeisters. „Hanau hat bei den Arbeitsmarktzahlen regelmäßig schlechter abgeschnitten als andere Sonderstatusstädte. Das war kein Zufall, sondern ein Hinweis darauf, dass die Strukturen im Kreis nur unzureichend funktionieren.“
Die nun offengelegten Rückstände sprechen für sich: 800 unbearbeitete Anträge, 2.214 offene Poststücke, darunter rund 250 nicht entschiedene Neuanträge in verschiedenen Leistungsbereichen. Für Statz sind diese Zahlen ein deutliches Alarmsignal: „800 unbearbeitete Anträge – das sind 800 Menschen, die gewartet haben. 2.214 offene Poststücke – das sind 2.214 Lebenssituationen, die niemand aufgegriffen hat. Das ist kein Verwaltungsdetail, das sind echte Schicksale.“
Holger Vogt, arbeitsmarktpolitischer Sprecher der FDP Hanau, sieht in den Rückständen eine direkte Verbindung zur schlechten Integrationsleistung der vergangenen Jahre: „Arbeitsmarktpolitik muss wirken – nicht verwalten. Wenn Anträge liegen bleiben und Verfahren nicht bearbeitet werden, verliert das System seine Glaubwürdigkeit.“
Die FDP betont, dass der Schritt in die Kreisfreiheit und die Verlagerung der Verantwortung nach Hanau richtig und notwendig war. „Kreisfreiheit heißt Verantwortung übernehmen – und zwar dort, wo sie im Alltag der Menschen spürbar wird“, so Statz. „Hanau kann es besser, weil die Wege kürzer sind, die Zuständigkeiten klarer und der Wille zur Verbesserung sichtbar ist.“
Für Statz hat die Situation eine klare politische Konsequenz: „Hanau steht vor großen Herausforderungen: finanzielle Engpässe, gewachsene Sozialbedarfe, strukturelle Versäumnisse der Vergangenheit. Gerade deshalb braucht es jetzt Stabilität, Erfahrung und ein klares Verständnis wirtschaftlicher Zusammenhänge.“ Der FDP-Spitzenkandidat sieht die Stadt gut aufgestellt, den Neustart im Sozialbereich erfolgreich zu meistern – warnt aber vor Schönfärberei: „Wer jetzt behauptet, es sei alles gut gelaufen, verschweigt die Ursachen. Wir müssen offen darüber sprechen, warum es zu diesen Rückständen überhaupt kommen konnte. Nur dann verbessern wir tatsächlich etwas.“
Für die FDP Hanau steht fest: Die Kreisfreiheit eröffnet die Chance, Sozial- und Arbeitsmarktpolitik effizienter und menschlicher zu gestalten – aber nur, wenn die Probleme der Vergangenheit ehrlich aufgearbeitet werden.
„Wir haben jetzt die Gelegenheit, die Dinge in Hanauer Verantwortung besser zu machen. Diese Chance gilt es zu nutzen – konsequent und transparent.“, sagt Statz.

