Musikkultur in Hanau sichern — FDP-Oberbürgermeisterkandidat Henrik Statz sagt zu, dass frühzeitig über Ersatz der Proberäume im Parkhaus am Forum mitgedacht wird
Die Diskussion um eine mögliche Sanierung oder sogar einen Abriss des Parkhauses am Forum sorgt derzeit für große Verunsicherung in der Hanauer Musikszene. Für den FDP-Oberbürgermeisterkandidaten Henrik Statz steht fest: Eine Entscheidung über die Zukunft des Gebäudes darf nicht getroffen werden, ohne gleichzeitig tragfähige Perspektiven für die dort ansässigen kulturellen Nutzungen zu schaffen.
In den Kellerräumen des Parkhauses befinden sich seit Jahrzehnten Proberäume, die aktuell von rund 18 Bands und Musikprojekten genutzt werden. Für viele Musikerinnen und Musiker sind diese Räume weit mehr als nur Übungsorte. Sie sind Treffpunkt, kreativer Raum, Netzwerk und Keimzelle der lokalen Musikszene. Zusätzlich hat dort auch die Neue Frankfurter Philharmonie ihren Sitz.
„Hier schlägt seit vielen Jahren das Herz der Hanauer Musikszene. Wenn über Sanierung oder Abriss gesprochen wird, muss gleichzeitig geklärt werden, wo diese wichtigen kulturellen Nutzungen künftig stattfinden können“, erklärt Statz. Nach dem betroffene Musikerinnen und Musiker den Kontakt gesucht haben, zeigt sich für ihn ein klares Bild: Die Sorge innerhalb der Szene ist groß, dass die Proberäume ersatzlos verschwinden könnten. Für viele Bands würde das den Fortbestand gefährden. Dabei ist die lokale Musikszene ein wesentlicher Bestandteil des kulturellen Lebens in Hanau. Ob beim Lamboyfest, beim Bürgerfest, beim Mainuferfest, bei der Hanauer Musikernacht oder auf kleineren Bühnen in der Stadt – Hanauer Musikerinnen und Musiker prägen das kulturelle Gesicht der Stadt maßgeblich.
Statz sieht jedoch auch ein strukturelles Problem:
„Hanau hatte über Jahrzehnte eine starke und breit verankerte Subkultur mit Proberäumen, Clubs, Festivals und vielen Orten, an denen junge Menschen Musik erleben und selbst gestalten konnten. In den vergangenen Jahren sind viele dieser Flächen verschwunden.“
Als Beispiel nennt er unter anderem das Seeliebe-Festival am Birkensee, das nicht weitergeführt werden konnte, nachdem die Genehmigung nicht verlängert wurde.
„Der Kulturstadt Hanau würde es gut zu Gesicht stehen, das Thema Musikkultur wieder als Ganzes zu denken: Proberäume, Auftrittsmöglichkeiten, Clubs, Festivals und Orte der Begegnung – gerade für junge Menschen“, so Statz weiter.
Der Oberbürgermeisterkandidat weiß aus eigener Erfahrung, welche Herausforderungen solche Orte mit sich bringen. Als Mitinhaber und Betreiber des King Kamehameha Clubs in Frankfurt, eines der europaweit erfolgreichsten Clubs der 2000er Jahre, kennt er die Fragen rund um Finanzierbarkeit, Infrastruktur, Genehmigungsprozesse und Nachbarschaftsinteressen sehr genau. „Kulturorte entstehen nicht von allein. Sie brauchen Planung, politischen Willen und ein Verständnis dafür, welchen Wert sie für eine Stadt haben.“ Henrik Statz kündigt deshalb an, die Sorgen der Musikschaffenden auf die politische Tagesordnung zu setzen – unabhängig vom Ausgang der Oberbürgermeisterwahl. „Ich habe fest zugesagt: Keine Entscheidung über die Zukunft des Parkhauses am Forum darf getroffen werden, ohne gleichzeitig Lösungen für die dortigen Proberäume und kulturellen Nutzungen zu entwickeln. Idealerweise nutzen wir diese Situation sogar, um der Musikkultur in Hanau insgesamt wieder mehr Raum und Aufmerksamkeit zu geben.“ Für Statz gilt: „Eine lebendige Musikszene entsteht nicht durch Zufall. Sie braucht Orte. Wenn wir wollen, dass Hanau sich als Kulturstadt weiterentwickelt, müssen wir diese Orte sichern – und neue schaffen.“
